Wäschetrockner Vergleich: 10 Tipps vor dem Kauf

Wäschetrockner sind praktisch und beliebt. Wer keine kilometerlange Wäscheleine aufspannen kann, kommt mit einem Elektrotrockner schnell wieder zu frischer Wäsche. Neben dem Preis solltest Du auf einige weitere Aspekte achten. Ich kenne mich auf dem Markt gut aus und gebe Dir 10 Tipps für Deinen Wäschetrocknervergleich.

In diesem Artikel bespreche ich folgende Punkte, damit Du eine gute Kaufentscheidung treffen kannst:

  1. Technik: Welche Bauarten es gibt.
  2. Preise: Welche Kosten auf Sie zukommen.
  3. Kombination: Welchen Einfluss Deine Waschmaschine hat.
  4. Pflege: Wie schonend mit der Wäsche umgegangen wird.
  5. Geduld: Wie lange die Geräte brauchen.
  6. Handhabung: Wie leicht sie zu bedienen sind.
  7. Markenprodukte: Ob der Name noch wichtig ist.
  8. Zeitpunkt: Wann man zuschlagen sollte.
  9. Ort: Wo man vorteilhafter kauft.
  10. Empfehlungen: Welche Geräte ich kaufen würde.

Tipp 1: Wäschetrockner ist nicht gleich Wäschetrockner! Welche Technik derzeit die Nase vorn hat.

Im schlimmsten Fall erwischt man einen wahren Stromfresser. Typische Normalmodelle der Energieklasse C haben einen Stromverbrauch von bis zu 4 kWh. Abhängig vom Strompreis heißt das: Jeder Trockengang kostet etwa 1 Euro! Aber es geht auch anders: Trockner der Energieklasse A (und besser) brauchen nicht einmal die Hälfte. Worauf Du bei der Auswahl eines Trockners achten musst:

Man unterscheidet bei Trocknern eigentlich zwei, neuerdings drei Bauarten.

Erstens.
Ablufttrockner leiten die verbrauchte Luft direkt ins Freie und benötigen daher einen eigenen Anschluß nach draußen. Für viele Eigenheimbesitzer waren sie lange Zeit die erste Wahl. Heute spielen sie kaum noch eine Rolle.

Zweitens.
Kondenstrockner hingegen geben die Abwärme in den Raum ab und benötigen keine extra Abluftvorrichtung. Sie sind damit fast überall einsetzbar, also auch in einer Mietwohnung. Sie sind meist der Energieeffizienzklasse C zuzuordnen und verbrauchen leider viel Strom. Herkömmliche Kondenstrockner sind also in der Anschaffung günstig, im Unterhalt jedoch am teuersten.

Drittens.
Die neueste Gerätegruppe sind die Wärmepumpentrockner. Diese Trockner arbeiten mit einer "Wärmepumpe": Sie nutzt einen Teil der erzeugten Abwärme fürs nächste Trocknen. Das spart kräftig Energie. Das Problem: Trockner mit Wärmepumpe kosten in der Anschaffung deutlich mehr als herkömmliche Kondenstrockner. Dieses Geld spielen sie erst während der Nutzung wieder ein. Dennoch liegen sie im Trend: Die meisten Käufer entscheiden sich heute für einen Wärmepumpentrockner, zumal die Preise in den letzten 3 Jahren gesunken sind.

Tipp 2: Achte beim Preis auf die Gesamtkosten. Hier ist ein Beispiel.

Wir haben gelernt, dass Kondenstrockner günstig in der Anschaffung, aber teurer im Verbrauch sind. Und umgekehrt die neuen Wärmepumpentrockner anfangs mehr kosten, dann aber relativ günstig Wäsche trocknen. Wie soll man sich entscheiden? Schließlich kosten die Trockner mit Wärmepumpe gern mal das Doppelte! Lohnt sich also der höhere Kaufpreis oder nicht? Ich habe dieses Problem in dieser kleinen Grafik veranschaulicht:

Wäschetrockner Vergleich - Gesamtkosten eines Trockners
Billige sind doppelt so teuer: Vergleich der Gesamtkosten bei Wärmepumpentrocknern, normalen Kondenstrocknern und älteren Geräten

In meinem Kostenvergleich gehe ich davon aus, dass die Maschine 160 mal im Jahr in den Programmen "schranktrocken", "bügelfeucht" und "pflegeleicht" läuft. Der Schwerpunkt liegt auf "schranktrocken", dem stromhungrigsten Modus. Die Kilowattstunde Strom kostet 27 Cent. Für die Modellrechnung habe ich einen Mittelwert aus zehn aktuellen Trocknern jeder Kategorie gebildet. Die Nutzungsdauer beträgt exemplarisch 10 Jahre. Weiterhin nehme ich an, dass die Wäsche zuvor mit 1400 Umdrehungen geschleudert wurde.

Vergleiche das Beispiel mit Deinem eigenen Nutzungsverhalten. Für welchen Trockner entscheidest Du Dich anhand der Kostenrechnung? Ich sehe das so:

  • Kinder in der Familie? Trockner läuft häufiger? Wärmepumpentrockner kaufen!
  • Kinderloses Paar? Genau durchrechnen, ob sich ein Wärmpumpengerät amortisiert. Und mit steigenden Strompreisen rechnen!
  • Singlehaushalt? Kauf einen günstigen Kondenstrockner, wenn es sich rechnen soll! Die Alternative: Ein Waschtrockner!

Tipp 3: Achte auf ein harmonisches Duo, denn auch die Waschmaschine trägt zum Wäschetrocknen bei!

Wieviele Umdrehungen hat Deine Waschmaschine drauf? 1200? 1400? Oder gar 1600? Je flotter sie schleudert, desto stromsparender dann der Trockengang. Aber desto stärker wird auch die Wäsche beansprucht. Es ist vielen Leuten wichtig, ein gutes Maß zwischen Wäscheschonung und Energieverbrauch zu finden. Die meisten Menschen halten es so: Nur, wenn die Wäsche anschließend in den Trockner soll, wird sie mit der höchstmöglichen Drehzahl geschleudert. Sonst gehts auch mit ein paar Umdrehungen weniger. Das gilt natürlich erst recht für sensible (Fein-)Wäsche. Aber die darf sowieso nicht in den Wäschetrockner.

Tipp 4: Wäschetrockner gehen unterschiedlich schonend mit Deiner Wäsche um - auf was Du beim Kauf achten solltest.

Der wichtigste Hinweis zuerst: Wärmepumpentrockner kommen mit weniger Hitze aus als herkömmliche Kondenstrockner. Das schont die Wäsche. Auch die Produktdesigner haben sich Gedanken gemacht, um schonend zu trocknen. In den Produktbeschreibungen heißt das bei solchen Geräten dann "Schontrommel". Das bedeutet, die sog. "Mitnehmer" sind in den Wäschetrommeln möglichst materialschonend angeordnet. Die Steuerungsprogramme neuerer Maschinen bewegen die Trommel in beide Drehrichtungen. Auch das bedeutet einen sanfteren Umgang mit der Wäscheladung. Und leider ist es so, dass so ein hochwertig designtes Gerät mehr kostet. Je schonender der Trocknungsvorgang, desto langlebiger Deine Wäsche.

Tipp 5: Teure Geräte brauchen länger.

Klingt unlogisch, ist aber so. Die teuren Wärmepumpentrockner brauchen länger, um die Wäsche schranktrocken zu bekommen. Die Ursache: Sie trocknen technikbedingt mit weniger Hitze. Was dem Stromverbrauch gut tut, wird mit höherem Zeitaufwand erkauft. So laufen moderne Trockner gern mal länger als zwei Stunden. Wer schneller an seine frische Wäsche will, muss dringend benötigte Stücke in einer halben Beladung trocknen. Oder gut planen - Wäschetrockner laufen sehr leise und können ihre Arbeit gern über Nacht verrichten. Kannst Du Dich damit nicht abfinden, bleibt nur der Griff zum herkömmlichen Kondenstrockner. Ist die Trockenzeit für Dich ein Thema? Dann merke Dir: Wärmepumpentrockner erfordern mehr Geduld.

Tipp 6: Was Du vor dem Kauf über problemlose Handhabung wissen solltest.

Moderne Wäschetrockner sind leicht zu bedienen. Der Knackpunkt ist das Flusensieb. Wie bei Waschmaschinen dient es dazu, die beim Trocknen anfallenden Wäscheflusen auszufiltern. So verstopft die Maschine nicht. Diese Filter (bzw. Siebe) müssen regelmäßig von Hand gereinigt werden. Ein Vorgang, den die Hersteller unterschiedlich gut bedacht haben. Teure Geräte erledigen den Vorgang automatisch, indem sie die Filter mit Kondenswasser ausspülen. Das ist in den jeweiligen Produktbeschreibungen vermerkt. Es gibt jedoch auch Wäschetrockner, deren Flusenfallen nur umständlich zu reinigen sind. Welche das sind, erfährt man leider meist nur in den Kundenkommentaren auf der Shopseite. Aber keine Panik: Die meisten Geräte zeigen den richtigen Zeitpunkt für eine Reinigung an. Die regelmäßige Säuberung lohnt sich. Sie sorgt für akzeptable Laufzeiten und geringeren Energieverbrauch.

Ansonsten sind Wäschetrockner einfacher zu handhaben als Waschmaschinen. Mit dem Programmwähler sagst Du der Maschine, was Du willst. Und dann wird das gemacht. Die Entscheidung lautet meist "schranktrocken" oder "bügelfeucht". Die Trockner kommen mit einem Feuchtigkeitssensor, der die notwendige Trockenzeit automatisch anpasst. Früher musste man oft Erfahrungswerte hernehmen und die Zeit manuell einstellen. Das ist bei modernen Geräten nicht mehr nötig.

Tipp 7: Die Marke ist weniger wichtig, das Ergebnis stimmt fast immer.

Auch wenn immer noch viele Käufer großen Wert darauf legen: Aus welchem Haus der neue Wäschetrockner kommt, ist nicht mehr so wichtig wie früher. Die Geräte sind heute (fast) alle gut. Sogar die konservative "Stiftung Warentest" hat in ihrem letzten umfangreichen Wäschetrocknertest im Sommer 2013 festgestellt: "Fast alle Wärmepumpentrockner schneiden gut ab." Im Test gab es viele gute sogenannte "Markentrockner" von Miele, Bosch/Siemens, AEG oder Bauknecht. Aber eben auch die Marken Zanker, Beko, Panasonic oder Blomberg wurden mit "gut!" getestet. Lediglich die Exemplare von Hoover und Gorenje schnitten schlechter ab. Der Grund: Hoover verbrauchte mehr Strom, Gorenje hatte eine schwergängige Türöffnung. Gut trocknen können sie alle, Unterschiede gibt es beim Preis.

Tipp 8: Die beste Zeit für einen Wäschetrocknerkauf ist ganz klar...

Wer kann, kauft im Sommer. Das ist gegen den Trend. Im Sommer leiden die Shops unter der wetter- und urlaubsbedingten Umsatzflaute. Im Ergebnis kann man immer wieder Aktionen beobachten, die den fehlenden Umsatz an Haushaltsgeräten ankurbeln sollen. Außerdem findet alle zwei Jahre in Berlin die IFA statt. Dort geht es schon lange nicht mehr nur um Unterhaltungstechnik. Es werden immer auch die neuen Generationen von Haushaltsgeräten vorgestellt. Im Vorfeld räumen die Shops gern die Lager, um dafür Platz zu bekommen. Für den preisbewussten Käufer ist das ein Vorteil, denn dann ist Schnäppchenzeit.

Mein Tipp für alle, die nicht bis zum nächsten Spätsommer warten können: Den richtigen Shop wählen. Und das hat ganz viel mit dem neunten Tipp zu tun.

Tipp 9: Haushaltsgeräte kauft man bei vertrauenswürdigen Händlern. Was ich darunter verstehe:

Kauf dort, wo Du das Meiste für Dein Geld bekommst. Und damit ist nicht NUR ein günstiger Preis gemeint. Es ist das Gesamtpaket von der Produktinformation über Kundenmeinungen bis hin zu Liefer- und Rückgabebedingungen. Bei einem guten Shop läuft die Abwicklung einfach problemlos. Vielleicht hast Du andere Lieblingsshops, meiner heißt Amazon. Eigentlich ist es kein Geheimnis mehr, dass der Onlineriese (auch) mit seiner aggressiven Preispolitik anderen Shops das Leben schwer macht. Selbst wenn sie mal zehn Euro teurer sind, spricht noch etwas für Amazon: Sie liefern Großgeräte kostenlos. Bis in die Wohnung, auch in den fünften Stock ohne Fahrstuhl. Falls das alte Gerät weg soll: Für 14,50 Euro wird es mitgenommen und umweltgerecht entsorgt. Und zum Thema Fairness: Ich investiere gern etwas vom gesparten Geld als Trinkgeld für die Lieferhelden.

Tipp 10: Welche Wäschetrockner ich selbst kaufen würde

Ich beobachte das Geschehen da draußen recht genau. Für meinen Wäschetrockner Vergleich investiere ich monatlich zirka vier Stunden. Das Ergebnis ist eine Liste mit guten Geräten, die ich sofort selbst kaufen würde. Da diese Seite hier aber eh schon viel zu lang ist, habe ich die Kauftipps auf eine eigene Seite ausgelagert. So bleibt es übersichtlicher und ist leichter zu aktualisieren. Falls Du ein paar Empfehlungen willst, blättere weiter zum Wäschetrockner Test!

Die besten Wäschetrockner »

Fühlst Du Dich gut beraten? Dann empfiehl den Artikel bitte weiter! Dankeschön!

Teilen auf Facebook

Danke, das freut mich!

Dann teile diese Seite noch mit Deinen Freunden!

Facebook Google plus Twitter

×

Das kommt vor!

Schicke mir eine Email und schreibe, was Du vermisst! Für konstruktive Hinweise bin ich immer sehr dankbar.

E-Mail senden

×